Röbber Hausmannstelle Nr. 12 in Osterscheps

Der Röbberhof in Osterscheps gehört zu den alten Hausmannstellen des Ammerlandes. Seine Geschichte lässt sich über mehr als 650 Jahre bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Über Generationen hinweg blieb der Hof im Besitz derselben Familie oder wurde durch Einheirat weitergegeben. Die Geschichte des Hofes spiegelt zugleich die Entwicklung der bäuerlichen Kultur in der Region Edewecht wider – von der mittelalterlichen Hofstelle über die Zeit der Naturalabgaben bis hin zur modernen Landwirtschaft.

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Die frühen Besitzer (14.–16. Jahrhundert)

Hanneke Rothbertingh

Besitzer ab etwa 1368

Der älteste nachweisbare Besitzer der Hofstelle ist Hanneke Rothbertingh, der um 1368 als Hausmann in Osterscheps erwähnt wird. Über sein Leben sind nur wenige Details überliefert, doch seine Erwähnung zeigt, dass die Hofstelle bereits im Spätmittelalter bestand. Johannis Roberti. Um 1428 erscheint Johannis Roberti als Hausmann der Stelle. Er wird als Nachfolger der frühen Hoflinie genannt. In dieser Zeit waren Bauernhöfe oft wirtschaftliche Einheiten mit Viehzucht, Getreideanbau und Naturalabgaben an Grundherren.


Hanneke Robbering

Besitzer um 1440

Der Sohn von Johannis Roberti war Hanneke Robbering, der um 1440 geboren wurde. Der Name zeigt bereits eine frühe Form des späteren Hofnamens Röbber.


Robbering (Name unbekannt)

Besitzer um 1500

Ein weiterer Nachkomme dieser Linie wird um 1500 als Besitzer der Hofstelle erwähnt. Die Quellenlage aus dieser Zeit ist lückenhaft, doch der Hof blieb offenbar kontinuierlich in Familienbesitz.


Die Robbiern-Generation (16.–17. Jahrhundert)

Johann Robbiern

Besitzer bis 1636

Der um 1565 geborene Johann Robbiern bewirtschaftete den Hof bis zu seinem Tod 1636.Er heiratete Talke Robbiern, die 1645 verstarb. Der Überlieferung nach ertrank sie beim Übergang über die Aue am heutigen Schepser Damm – ein tragisches Ereignis aus der Hofgeschichte.

Eylert Oltmann Robbiern

Besitzer 1636–1667

Der Sohn Eylert Oltmann Robbiern übernahm den Hof 1636.

Aus dieser Zeit sind Abgaben überliefert, die an Wiefelstede zu entrichten waren:

  • 4 Scheffel Roggen
  • ½ Bündel Flachs
  • 20 Aale

Diese Naturalabgaben waren typisch für bäuerliche Höfe der damaligen Zeit.

Übergang zur Familie Röbber (17. Jahrhundert)

Talke Röbbier

Besitzerin 1667–1693

Nach dem Tod ihres Vaters wurde Talke Röbbier um 1667 Hoferbin. Durch ihre Heirat mit

Brun Gerdes (genannt Röbbier)

Besitzer 1667–1675

kam dieser auf den Hof und nahm später den Hofnamen Röbber an.

Nach seinem Tod 1675 führte Talke den Hof allein weiter.


Konsolidierung des Hofes (17.–18. Jahrhundert)

Eilert Röbber

Besitzer 1693–1723

Der Sohn Eilert Röbber übernahm 1693 den Hof.
Mit ihm beginnt die durchgehende Linie der Familie Röbber auf dem Hof.


Brun Röbber

Besitzer 1723–1768

Der 1695 geborene Brun Röbber führte den Hof über mehrere Jahrzehnte.
Er heiratete Hille Eilers aus Godensholt.


Brun Röbber (der Jüngere)

Besitzer 1768–1792

Der 1726 geborene Sohn gleichen Namens übernahm 1768 die Hofstelle. Er heiratete Anna Oltmanns aus Querenstede. Aus dieser Ehe ging Helene Röbber hervor, die später eine entscheidende Rolle für die Weiterführung des Hofes spielte.


Einheirat in den Hof (18.–19. Jahrhundert)

Johann Deye gen. Röbber

Besitzer 1792–1810

Durch die Heirat mit Helene Röbber kam Johann Deye auf den Hof und nahm den Hofnamen Röbber an.

Dies war ein häufiger Vorgang bei Bauernhöfen:
Der eingeheiratete Ehemann übernahm den Hofnamen der Frau.

Das Ehepaar hatte mehrere Kinder, darunter:

  • Gerd Röbber (1786)
  • Johann Röbber (Schiffszimmermann)

Ausbau des Hofes im 19. Jahrhundert

Gerd Röbber

Besitzer 1810–1866

Der Sohn Gerd Röbber übernahm den Hof nach dem Tod seines Vaters. Seine Ehefrau Anne Wittjen wurde später selbst Besitzerin des Hofes.

Interessant ist ein Vorgang aus dem Jahr 1818:
Die Mutter von Anne Wittjen kaufte den Hof und übergab ihn später an ihre Tochter.


Johann Gerhard Röbber

Besitzer 1841–1880

Der 1816 geborene Sohn übernahm den Hof nach dem Tod seiner Mutter.

Aus den Abgabenverzeichnissen dieser Zeit sind erneut Naturalabgaben überliefert:

  • 4 Scheffel Roggen
  • ½ Bündel Flachs
  • 20 Aale

Diese wurden jährlich nach Wiefelstede geliefert.


Der Hof im Kaiserreich und in der Moderne

Gerhard Röbber

Besitzer 1880–1923

Der Sohn Gerhard Röbber führte den Hof bis zu seinem Tod 1923.


Heinrich Röbber

Besitzer 1923–1958

Nach dem Tod seines Bruders übernahm Heinrich Röbber den Hof. Ein einschneidendes Ereignis war das Jahr 1945:

Das reetgedeckte Bauernhaus und die Nebengebäude wurden durch Kriegshandlungen zerstört. Der Hof musste anschließend neu aufgebaut werden.


Nachkriegszeit

Johann Gerhard Röbber

Besitzer 1958–1980

Der 1904 geborene Sohn übernahm den Hof nach dem Tod seines Vaters.Er war mit Grete „Gretchen“ Oltmer verheiratet.Das Paar hatte mehrere Kinder, darunter Jan Gerd Röbber.


Die jüngste Generation

Jan Gerd Röbber

Besitzer 1980–2019

Der 1943 geborene Jan Gerd Röbber führte den Hof bis zu seinem Tod im Jahr 2019. Er war mit Herta Kruse verheiratet. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor:

  • Gunda
  • Ulrike

Mit ihm endet vorerst die dokumentierte Reihe der Hofbesitzer.


Zusammenfassung der Hofbesitzer

ZeitraumBesitzer
1368Hanneke Rothbertingh
1428Johannis Roberti
1440Hanneke Robbering
ca. 1500Robbering (Name unbekannt)
bis 1636Johann Robbiern
1636–1667Eylert Oltmann Robbiern
1667–1693Talke Röbbier
1667–1675Brun Gerdes gen. Röbbier
1693–1723Eilert Röbber
1723–1768Brun Röbber
1768–1792Brun Röbber (der Jüngere)
1792–1810Johann Deye gen. Röbber
1810–1866Gerd Röbber
1841–1880Johann Gerhard Röbber
1880–1923Gerhard Röbber
1923–1958Heinrich Röbber
1958–1980Johann Gerhard Röbber
1980–2019Röbber