Die Moorkolonisten der Hotings in Süddorf

Die drei Brüder Diedrich (1875-1962), Johann und Carl Hoting nehmen nach der Jahrhunderwende (ca. 1914-1920) zusammen das Abenteuer der Kolonisation in Süddorf auf sich. Inzwischen wurden hier Osterschepser und Südedewechter Ländereien zu diesem neu ernannten Ort zusammengelegt. Zunächst „zimmern“ sie sich entsprechende Unterkünfte mit abgestochenen Torfsoden oder, sofern vorhanden, Holzbrettern. Nur mit harter körperlicher Arbeit ist es ihnen möglich, eine dauerhafte Heimat zu erschaffen. Der erste Weltkrieg verzögert manch einen Fortschritt in der Bewirtschaftung der Moorflächen bzw. dem Ausbau des Wohn- und Wirtschaftsgebäudes. Die Nähe zum Kanal sorgt für das nötige Wasser, um Tiere und auch Pflanzen zu versorgen, aber auch für den Transport vieler Materialien. Er bildet die Lebensader für die Bewohner in dieser einsamen Moorgegend.

Kinder und Enkel der Eheleute Diedrich und Frauke Hoting gebe. Janssen-Penning

Sofern die Zeit es zulässt, schauen die Hotings mit Vergnügen den auf dem schon seit einigen Jahren fertiggestellten Hunte-Ems-Kanal vorbeiziehenden Treidelschiffen und Torfkähnen hinterher.

Der älteste Bruder Diedrich heiratet 1899 die aus Dänikhorst stammende Meta Röbe-Oltmanns. Noch bevor sie sich in Süddorf niederlassen bekommen sie sieben Kinder, wovon fünf das Erwachsenenalter erreichen. Die Söhne Diedrich Gerhard (1901-1985) und Gerhard (1910-1998) bilden eine neue Siedlungslinie dieser Hotings in Charlottendorf-Ost (Gemeinde Wardenburg) und Ocholt-Howiek. Die Töchter Frieda Sophie (1900-1995) und Anna (1903-1989) verbleiben in Süddorf.

Auch der zweitälteste Bruder und Kolonist Johann vermählt sich nur kurze Zeit später. Mit der fast gleichaltrigen und aus Rostruperfeld kommenden Anna Helene Bruns (1880-1962) ziehen sie mind. vier Töchter auf.

Auch der jüngste Bruder Carl Hoting heiratet ein Mädchen aus dem Ammerland. Gretchen Janssen-Hemcken aus Osterscheps tritt mit ihm zusammen 1919 vor den Traualtar. Sie bekommen mind. zwei Kinder (Karl-Heinz und Elfriede). Dem Vater ist jedoch kein langes Leben vergönnt, er stirbt bereits 1930.