Familie Meiners

Die Geschichte unserer Familienlinie Meiners

Mütterlicherseits sind wir mit der Familie Meiners aus dem Ammerland verbunden. Für einen besseren Überblick bei inzwischen über 18.000 Personen in unserer Ahnentafel werden wir hier zunächst nur die direkte männliche Ahnenlinie beschreiben. D.h. wir verfolgen unseren Familienzweig „Meiners“ Generation für Generation in direkter männlicher Linie. Dabei beginnen wir in der Gegenwart. Später müssen wir wegen der sog. patronomischen Namensgebung zwangsläufig vom Namen Meiners abweichen.

Hilfreich kann auch der Blick auf die Ahnentafel sein:

Ahnentafel Nachnamen Meiners

Generation II: Herta Meiners – Alfred Blum

Ausgangspunkt für den Namen „Meiners“ ist unsere Mutter Herta Maria, 1934 in Specken geboren, einem Ortsteil der Gemeinde Bad Zwischenahn. In dieser hatten die Nationalsozialisten bereits schon weitreichende Macht erreichdt. Ein Jahr zuvor wurde Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Nachdem sie ihre Ausbildung zur Hauswirtschafterin bei einer Schuhmacherfamilie  in Altjührden (Friesland) absolviert hat, arbeitete sie später in Delmenhorst und Oldenburg .

Anfang der 60er Jahre hatte unsere Mutter  ihren zukünftigen Ehemann –  unseren Vater Alfred -, von Beruf Maurer, bei einem Militärkapellenkonzert in der Weser-Ems-Halle in Oldenburg kennengelernt. Ein weiteres Treffen im Oldenburger Schlossgarten führte die beiden kurzfristig weiter zusammen. Sie heirateten bereits 1963 in der Ev.luth. St. Johannes-Kirche Bad Zwischenahn.

Brautpaar mit Gästen vor dem Kirche

Die Feier fand, wie damals üblich, auf der Diele der Brauteltern in Westerscheps-Lohorst statt. Den Sitten entsprechend haben die Nachbarn zum Hochzeitsschmaus beigetragen.

Hochzeitsfoto Alfred und Herta Blum (mit den Eltern)
Hochzeitsfoto Alfred und Herta Blum (mit den Eltern)

Generation III: Johann Meiners – Anna Christine Hoting

Unser Opa Johann Meiners war beruflich  als Knecht u.a. beim Landwirt Meinen (Oster-/Westerscheps) und auf einem Gutshof in der Nähe von Ludwigslust tätig. Den elterlichen Hof in Hengstforderfeld hat entsprechend der üblichen Regelungen sein älterer Bruder Hinrich weitergeführt.

Er stammte aus der Gemeinde Apen und wurde 1897 in Hengstforderfeld geboren. Bei seiner Taufe waren als Paten Dietrich Becker und Helene Reil anwesend. Leider ist sein heimatlicher Hof um 1928 abgebrannt, an gleicher Stelle wurde das nachfolgend abgebildete Wohn- und Wirtschaftsgebäude in der Strasse „Lappenfeld“ errichtet.

Heimathof Johann Meiners in Hengstforderfeld

Johann hat unsere Oma Anna Christine Hoting , die „Anni“ gerufen wurde, aufgrund seiner späteren Tätigkeit als Knecht bei dem Landwirt Frerichs, dessen Hof auf der Grenze von Wester- zu Osterscheps liegt, kennengelernt. Sie wurde hier 1902 geboren.Taufpaten waren Meta Meirose Helene Bölts sowie Alerich Meinen.

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Hoting-Anna-28.11.1902-ca.-1920-192x300.jpg

Oma Anna Christine „Anni“ Hoting ca. 1925

Der elterliche Hof Hoting lag in der Nachbarschaft aber noch im Ort Westerscheps. Leider wurde das Gebäude im Laufe der Zeit abgerissen, aber eine sehr schöne Fotoaufnahme ist erhalten:

Stammhof Hoting in Westerscheps
Stammhof Hoting in Westerscheps

„Seine“ Auserwählte – Anna-Christine Hoting – führte Johann 1925 in Edewecht vor den Traualtar.  Ein sehr schönes Bild der geschichtsträchtigen Edewechter Kirche findet sich bei Galerie Oliver Scheuch.

Hochzeit von Johann und Anni Meiners

Unser Opa war, wie viele andere junge Männer auch, im 1. Weltkrieg. Vermutlich diente er an der Ostfront. In der Folgezeit fiel es der Familie nicht leicht, gemeinsam ein gutes Auskommen zu finden, sie waren viel unterwegs, um für ihre Arbeit ein angemessenes Entgelt zu erhalten. Letztendlich war es sicherlich in dieser Zeit das Ziel eines jeden Familienvaters, idealerweise einen Bauernhof sein Eigen zu nennen.

Zunächst wohnte die Familie bis ca. 1937 „Am Lupinenberg“ in Specken. Das Gebäude soll heute nicht mehr stehen. Dort kamen die Kinder Herbert, Elfriede, Walter und unsere Mutter Herta zur Welt.

In einer schwierigen Zeit, Deutschland war schon fest in nationalistischer Hand, zog es die Familie etwa 1938 wegen des Angebotes einer Gutsverwalterstelle  nach Ludwigslust in Mecklenburg Vorpommern. Schon ein Jahr später kehrten sie ins Ammerland nach Petersfehn zurück. Von hier aus war der Hausvater in der Spulenfabrik Intelmann in Zwischenahn tätig, von wo aus er abends zur Freude seiner Kinder manchmal einen Sack Holzklötze zum Spielen mitbrachte.

Johann Meiners und Anna geb. Hoting mit ihren Kindern Elfriede, Herta und Walter
Anna geb. Hoting und Johann Meiners mit ihren Kindern Elfriede, Walter und Herta ca. 1938

Insgesamt bekamen die beiden fünf Kinder, von denen die beiden erstgeborenen Herbert Friedrich und Marga Elfriede leider bereits im Kindesalter 1927 an Kinderlähmung bzw. 1939 an einer Hüftgelenkentzündung verstarben. Der mittlere Sohn Walter, geboren 1937 in Specken, folgte später Johann als Hofnachfolger und Landwirt in Lohorst (Edewecht). Der jüngste Sohn Werner, geboren 1943 in Wittenberge (Kirchgemeinde Edewecht) machte sich als Versicherungsmakler in Warendorf (Münsterland) selbstständig.

Die Kinder Herta, Walter und Werner Meiners ca. 1947

Aber auch hier fand die Familie noch keinen dauerhaften Ruhepunkt, Anfang der 40er Jahre zog sie nach Wittenberge (Wittenrieder Str.) zunächst auf einen Pachthof. Verpächter des Grundstückes/Gebäudes war ein Gerd bzw. Gerhard Frerichs.

Hof Frerichs Quelle: Hartmut von Häfen

Die letzten Monate des zweiten Weltkrieges trafen die Orte Edewecht, Wester- und Osterscheps mit voller Härte. Aus den Erzählungen unserer Familie erfahren wir von vielen Tieffliegerangriffen sowie den immer näher rückenden allierten Truppeneinheiten. Erbittert haben die deutschen Soldaten in dieser Gegend weiter auch ohne Aussicht auf Erfolg gekämpft. Auch unsere Familie flüchtete über den Tag regelmässig ins Fintlandsmoor, wo sie in einer Torfhütte lebten. Zuvor wurden insbesondere das Geschirr aber auch andere Wertgegenstände im Garten zum Schutz vor Plünderungen der Soldaten vergraben. Eines Tags kam unsere Oma „Anni“ gerade vom Kochen in der Küche des Pachthofes in Wittenberge zurück, da ging dieser durch Beschuss der Allierten in Flammen auf. Das war hier kein Einzelfall, die Kriegshandlungen nahmen hier bis zur allerletzten Minute ihren Verlauf. Daher musste die Familie Meiners nach dem Krieg zunächst in einer „Barracke“ auf dem Grundstück wohnen. Im April 1945 besetzten dann die kanadischen Truppen das erorberte Gebiet in Wester- und Osterscheps.

Unser Grossvater, inzwischen bereits 47 Jahre alt, wurde Ende des zweiten Weltkriegs noch zum Volkssturm einberufen . Zu einer Zeit, als der Krieg schon längst verloren war und die Menschen unendliches Leid erlebt hatten. In Lingen musste er Gräben ausheben, die den weiteren Vormarsch der überlegenen Allierten verhindern sollte. Ein aussichtloses Unterfangen. Zum Glück kam er trotzdem unversehrt nach Kriegsende zurück.

Nach dem Krieg ging die Suche nach einer „eigenen Scholle“ weiter. Das Problem wurde noch forciert, denn der bisherige Pachthof wurde von der Verpächterseite selbst benötigt und damit der Vertrag gekündigt.

Wie einige andere Jungfamilien stellte Johann Meiners einen Antrag zum Bau eines Wohn- und Wirtschaftsgebäudes auf den Flächen der zuvor angepachteten 6-12 ha Fläche in Lohorst (Lupinenfeld). Der Einzug erfolgte am 01.04.1950 mit grosser Freude und in dem Bewusstsein, endlich eine neue und vor allem dauerhafte Heimat gefunden zu haben. Sie waren die ersten Siedler in dieser doch noch rechten „öden“ Gegend, wie dem anliegenden NWZ-Artikel Seite 22 zu entnehmen ist (Lohorst 25 Jahre Jubiläum mit Haus Meiners 21-05-1975)

Hof Johann Meiners Lohorst
Hof Johann Meiners Lohorst mit der inzwischen nicht mehr stehenden Scheune

Wir hatten das Glück, unseren Grossvater Johann noch kennenzulernen. Den Duft seines Pfeifen- oder Zigarrenrauches, wenn er in seinem Armlehnenstuhl sass, haben wir noch heute in der Nase. Johann fuhr während seines Lebens selbst stets mit der Pferdekutsche bzw. dem Fahrrad, er hatte noch keinen Autoführerschein. Eine weitere Erinnerung in unserer Familie schildert seine Vorliebe zu Kautabak der Fa. Schrimper aus Oldenburg.

Die von kleinsten Anfängen an aufgebaute Landwirtschaft verfügte recht schnell über einen Viehbestand von rd. 3-4 Kühen, einigen Schweinen, 2 Pferden, Hühnern und Gänsen.

Silberhochzeit Johann und Anna Meiners
Silberhochzeit Johann und Anna Meiners, 1950

Ein Höhepunkt des Familienlebens war neben der auf dem obigen Foto sichtbaren silbernen Hochzeit(sgesellschaft) ganz sicher auch die goldene Hochzeit von „Jan“ und „Anni“. Sie wurde traditionsgemäss im Dorfe in der Gaststätte Kruse (Mühle) in Westerscheps zünftig gefeiert. Individuelle Porzellangeschenke zeugen von der Besonderheit dieses Lebensereignisses.

Am Ende eines langen erfüllten arbeitsreichen Lebens erkrankte Johann an Lymphdrüsenkrebs. Er wurde zuletzt bettlegrig im Krankenhaus Westerstede; eine Operation konnte leider keine Heilung bzw. Besserung herbeiführen, so dass er 1976 verstarb und auf dem Westerschepser Friedhof beigesetzt wurde. Nur kurze Zeit später verstarb auch unsere Oma nach einem bewegeten Leben mit allerlei Anstrengungen zu Hause im Mai 1978. Die Todesursache waren Gallensteine. Sie wurde noch im gleichem Monat neben ihrem Mann in Westerscheps beigesetzt.

Generation IV: Johann Meiners – Margarethe Vohlken

Johanns Vater hieß ebenfalls Johann Meiners und lebte rund 100 Jahre in der Geburtsgemeinde seines o.g. Sohnes,  Apen. Geboren in Hengstforderfeld 1857 verdiente er sich zunächst sein Brot als Fabrikarbeiter in der Augustfehner Eisenhütte. Eine echte Knochenarbeit, aber für die Region trotz allem ein Segen, weil sie überhaupt erst die Möglichkeit schuf, den eigenen Lebensunterhalt außerhalb der Landwirtschaft zu verdienen. Den väterlichen Hof hatte gem. dem ammerländischem Recht der älteste Bruder Hinrich übernommen und fortgeführt.

Die Eisenhütte wurde  von den Unternehmern Julius Schultze und dem Konsul Bley aus Varel im Jahre 1856 gegründet, brachte dem Ort und dem Umland einen enormen Aufschwung. Der Torf war vorort und auch die Infrastruktur konnte aufgebaut werden, um die Produkte zu vermarkten.  In der Folge stieg die Bevölkerungszahl ganz beträchtlich; so wurden seit  Ende der 1850er Jahre sog. Moorkolonate ausgegeben, d.h. Siedlungswillige konnten ein kleines Stück Land erwerben und sich  eine bescheidene Landstelle aufbauen. Doch die Ansiedlung war äusserst beschwerlich und es dauerte oftmals viele Jahre bis das erste feststehende Wohn- gebäude bezugsfertig war.

Typische erste Behausung in den Moorkolonien

Vermutlich parallel zu seiner Industriebeschäftigung hat sich Johann aus kleinsten Anfängen heraus neben seiner Geburtsstätte bzw. seinem Geburtshof eine eigene Landwirtschaft aufgebaut. Zunächst erwarb er von seinem Bruder 1 ha Land. Dort begründete er mit seinem eigenen Sohn Hinrich als sog. Brinksitzer eine eigene Bauerei (ca. Ende der 1880er). Das nachfolgende Gebäude wurde 1908 gebaut und wird auch heute noch von Nachfahren der Familie Johann Meiners bewohnt, eine aktive Landwirtschaft wird aber nicht mehr betrieben.

Meiners Hof in Hengstforderfeld
Meiners Hof (links) in Hengstforderfeld ca. 1955
Meiners Hof in Hengstforderfeld ca. 1955
Meiners Hof, Hengstforderfeld ca. 2012

Seine Paten – Johann Hinrich Reinhards, Johann Tönnies, Friedrich Meiners und Gesche Borchers – wären sicherlich stolz auf seine Lebensleistung gewesen.

Wie in dieser Zeit oftmals üblich zählte Johann Meiners auch zu den Geniessern des Kautabaks, er bevorzugte  die Marke Schrimper aus Oldenburg.

Aus den amtlichen Quellen Westerstedes kann man entnehmen, dass die Flächen der Parzelle 590/197 (394/197) Flur 23 in Apen an Johann Meiners in Hengstforderfeld und Hermann Fresmann in Bockel gegangen sind.

1880 heiratete unser Vorfahre in der Kirche zu Apen Margarethe Vohlken, die aus dem nahen Vreschen-Bokel kam und dort am 16.02.1862 geboren wurde. Zusammen hatten sie sechs Kinder. Trauer kehrte im Hause Meiners ein, als ihr Sohn Johann Hinrich, der den einen Vornamen seines Vaters und den anderen, seines Grossvaters erhielt achtjährig 1895 an einer Lungenentzündung verstarb. Und nach den Gebräuchen üblich erhielt dann unser Opa, der im Jahre 1897 geboren wurde, den wiederum den Vornamen „Johann“ seines verstorbenen Bruders. Und als die dunklen Zeiten der Weltkriege aufzogen musste die Familie Meiners ein weiteres Schicksal verkraften, denniIhr Sohn Gerhard kehrte nicht mehr aus dem 01. Weltkrieg zurück.

Ein Zusammentreffen mit der Familie an einem arbeitsfreien Tag war eine willkommene Abwechslung. Kinder und Enkel kamen auf dem Meiners Hof in Hengstforderfeld zusammen.

Familie Johann Meiners ca. 1943
Familie Johann Meiners ca. 1943

Die Landwirtschaft wurde nach und nach weiter aus- und aufgebaut. So gelang es Johann Meiners über zwei Weltkriege hinweg eine Hofstelle zu entwickeln, die für den vollen Lebensunterhalt einer Familie sorgen konnte. Mit seinem Sohn Hinrich stand ein Hofnachfolger früh fest.

Johann Meiners -ca. 1955

Gerade in den letzten Jahren war unser Urgrossvater aufgrund seines hohen Lebensalters und seiner insbesondere auch geistigen Vitalität mehrfach zu seinen Geburtstagen in der Nordwest-Zeitung entsprechend gewürdigt worden.

Meiners, Johann 96. Geb. Bericht

Meiners, Johann Prieme 3600 Stangen 11-06-1952

Meiners,Johann 1857 100. Geburtstag NWZ Berichterstattung_13-06-1957

Ehrenurkunde des Landkreises Ammerland

Unsere Urgrossmutter Margarethe Vohlken ist 1932 leider schon sehr früh an Kehlkopfkrebs verstorben. Ihr Ehemann überlebte sie um viele Jahre und starb erst im gesegneten Alter von 100 Jahren 1958 an Altersschwäche. Ihr Grab war noch lange Zeit  auf dem schönen alten Friedhof an der Aper Kirche zu sehen.

Generation V: Hinrich Meiners – Anna Margarethe Montagne

Als nächsten direkten Vorfahren in der Ahnenreihe kommen wir zu Hinrich Meiners, der als ältester Sohn noch in dem Nachbarort Nordloh, ebenfalls in der Kirchgemeinde Apen gelegen, am 17.07.1813 geboren wurde. Seine übrigen Geschwister sind in der Fortfolge alle in Vreschen-Bokel zur Welt gekommen.

Er übernahm die Hofstelle von seinem Vater in Hengstforderfeld (Lappenfeld).Die vermutliche Ansiedlung seines Vaters (sh. dazu auch die Anmerkungen unten) erfolgte im Rahmen der 1851 abgeschlossenen Gemeinheitsteilung Anfang der 1830er Jahre. Das erste erbaute Gebäude der Familie Meiners ist Ende der 1920er durch einen Brand zerstört worden. Es wurde an gleicher Stelle wieder aufgebaut. Es hat heute das untige Aussehen. Im  Erdbucheintrag von Westerstede erscheint auf S. 678 auch der Hofübergang auf ihn als ältesten Sohn im Jahre 1857. Auch die letzte uns bekannte heutige Eigentümerin ist eine direkte Nachfahrin von Hinrich Meiners.

Geburtshaus Johann Meiners
Geburtshaus Johann Meiners

Beruflich wird er als Anbauer zu Bokelerfeld (1839 ff) und später als Halbkötner und Anbauer (1857 ff) zu Hengstforderfeld in den Kirchbüchern geführt. Es ist davon auszugehen, dass mit dem Ort Bokelerfeld ebenfalls Hengstforderfeld gemeint ist.

Unser Ururgrossvater heiratete 1838 die aus dem Ort Edewecht stammende 1813 geborene Anna Margarethe Montagne.  Vermutlich kam sie mit ihrer Familie dann in die Kirchgemeinde Apen und gründete mit ihm eine Familie mit sieben Kindern, wovon eine Tochter aber bereits im Kindheitsalter starb.

Die Familie Montagne ist im 18. Jahrhundert als Ziegler aus Barntrup (Westfalen) ins Ammerland (Kirchgemeinde Edewecht) zugewandert, vermutlich liegen die noch älteren Wurzeln in Frankreich. Evtl. ist in der napoleonischen Zeit ein Soldat in der Gegend „hängengeblieben“.

Im Jahr 1857 lag im Hause Meiners Freude und Trauer nah beieinander. Zunächst wurde der jüngste und letzte Sohn Johann – unser Urgrossvater – geboren. Im Juni verstarb dann der Vater bzw. Grossvater – Hinrich – 65jährig an Altersschwäche. Nur wenige Jahre später starb 1864 auch der jetzige Hofeigentümer und Familienvater gleichen Namens. Die oben abgebildete Hofstelle wurde von dem gerade erst 23 Jahre alt gewordenen ältesten Sohn – Hinrich – fortgeführt. Vermutlich war das Auskommen in dieser Landwirtschaft noch nicht dauerhaft ausreichend, denn zumindest ab 1885 nahm dieser eine (zusätzliche) Arbeit in einer der Fabriken vorort an.

Generation VI: Hinrich Wardenburg gen. Meiners – Helena Sophie Frerichs (Frers)

Unser Urururgrossvater wurde 1791 in Nordloh geboren, wo er auch zunächst im jungen Erwachsenenalter von 24 Jahren als Halbkötner geführt wird. Über Vreschen-Bokel (1816), Hengstforde (1825) kam er dann als neuer Anbauer nach Hengstforderfeld (1828), an anderer Stelle heisst es  auch „zu Bokel über dem Tief“ oder „..zum Bokeler Feld…“. Er ist damit auch der erste Vorfahre Meiners, der sich hier in Hengstforderfeld niederlässt bzw. diesen Familiennamen hier verbreitet. Die patronomische Namensbezeichnung hat er von seinem Vater übernommen.

Aus der Chronik der Gemeinde Apen von 1979 erfahren wird, dass die Familie Meiners aus Hengstforderfeld direkte Nachkommen des Hinrich Wardenburg oder Meiners in Nordloh sind.

Hinrich heiratet 1813 Helene Sophie Frerichs (auch Frers), sie bekamen zusammen sieben Kinder, wovon aber nur vier das Erwachsenenalter erreichten und eine eigene Familie gründeten.

Um der Familie ein besseres Auskommen zu sichern bemühte sich Hinrich um eine Siedlerstelle in Hengstforderfeld. Diese Ansiedlung erfolgte im Rahmen der 1851 abgeschlossenen Gemeinheitsteilung. Es ist allerdings nicht eindeutig, ob er oder sein namensgleicher ältester Sohn der „formale“ Erstansiedler war. Die aus den Registern erkennbaren beruflichen Bezeichnungen sprechen für ihn selbst, die Geburtstorte seiner Kinder eher dagegen.Oder ist er zwischen dem Wohn- und Arbeitsort über Jahre hin und her gependelt? Das erste erbaute Gebäude in Hengstforderfeld ist Ende der 1920er durch einen Brand zerstört worden, aber dann an gleicher Stelle wieder aufgebaut worden.

Sophie Helene Frerichs bzw. Frers verstarb 1846 schon im frühen Alter von 40 Jahren. Ihr Ehemann folgte 11 Jahre später 1857. Sie wurden beide in Apen begraben.

Generation VII: Hinrich Janssen Wardenburg gnt. Meiners (1765-1834)– Helena Borchers gnt. Meiners (1752-1816)

Er wurde 1765 in Nordloh als jüngster Sohn des Hinrich Janssen Wardenburg und der Anke Gerdes geboren. 

Zu seiner Frau nahm er 1787 die zwölf Jahre ältere Helena Borchers (*1752 Nordloh), die sich als Hoferbin von ihrem Vater Meinert Borchers durch patronomische Namensweitergabe mit Nachnamen Meiners hiess. Diesen Nach- oder auch Hofnamen hat ihr Mann mit der Hochzeit angenommen. Seine eigene männliche Familie Wardenburg ist hier nach zu vollziehen.

Ob bei der Auswahl des Ehemannes auch Überlegungen zur Hofnachfolge auf Seiten der Braut oder dem Brautvater, der unmittelbar vor der Vermählung verstorben war, eine Rolle gespielt haben, ist nicht übermittelt. Zumindest ist bekannt, dass der Schwiegervater Borchert Meiners den Hof nicht dem vorhandenen gleichnamigen 1768 geborenen Sohn Borchert vererbt hat. Dieser war zum Todeszeitpunkt des Vaters aber auch gerade 18 Jahre alt geworden. Vielleicht ist das die Erklärung, warum der Meiners-Hof an die älteste Tochter überging.

Sie bekamen insgesamt sechs Kinder, wovon aber zwei im Kindesalter verstarben.

Helene starb 1816, ihr jüngerer Ehemann Hinrich 1834.

Generation VIII: Borchert Meiners (1714-1786) und Talke Schlüter (1730-1805)

Der Vater Borchert Meiners wurde 1714 in Nordloh als ältester Sohn von ingesamt vier Kindern geboren (Teilpatronomische Namensweitergabe: Vater Meinert Wilken). Erst 1751, mit 37 Jahren, heiratet er die 15 Jahre jüngere Talke Schlüter aus Vreschen-Bokel. Sie bekamen acht Kinder. Der Altersunterschied zwischen diesen lag ungewöhnlicherweise bei fast 20 Jahren, was bei seinem Tode im Jahre 1786 noch eine Rolle spielen sollte.

Nachdem sein eigener Vater 1762 verstirbt übernimmt er die ansässige Köterei in der Nordloher Dorfstrasse unmittelbar in der Nähe des Hofes Cordes. Diese Landwirtschaft wurde von seiner aus Harkebrügge (Kirchspiel Barßel) stammenden Familie (Meiners bzw. Wilken) seit 1710 bewirtschaftet. Ein Umzug vom überwiegend kathalischen Oldenburger Münsterland in das überwiegend protestantisch geprägte Ammerland wie auch eine Vermählung zwischen diesen beiden Relegionsrichtungen waren zu damaliger Zeit sehr selten.

Er selbst vererbte diesen Hof, vermutlich weil sein ältester Sohn Borchert im Sinne des damals geltenden Rechtes noch nicht erb- bzw. wirtschaftsberechtigt ist, 1786 an seine Tochter Helene, wodurch Hinrich Janssen Wardenburg – ihr Ehemann – in den Besitz kommt. Die deutlich jüngere Ehefrau Talke Schlüter verstarb erst 1805 hier in Nordloh, wo auch beide beigesetzt wurden. Die Familienlinie führten vier Kinder weiter, die übrigen starben im jungen Alter.

Generation IX: Meinert Wilken (1681 – 1762) und Catharine Borchers (1684 – 1756)

Er ist hier aus Harkebrügge (Kirchspiel Barßel) zugewandert und 1681 geboren. Durch die im Jahre 1709 vorgenommene Vermählung mit seiner Braut Catharine „Trine“ Borchers (*1681) aus Nordloh kam er wohl in den Besitz der ehemaligen Kötnerstelle von Frerich Janssen an der Nordloher Dorfstrasse. ( kurz vor der Abzweigung zum Deichweg). Ab 1723 wird er durchgängig als Kötner hier in den Kirchbüchern geführt.

Generation X: Wilcke Heidemann und Memke Schraders

Er ist ca. 1636 im Kirchspiel Barßel geboren und hat mit seiner Ehefrau Memke Schraders zwei Söhne. Deren Kindheit fällt in die schwierige und brutale Zeit des 30jährigen Krieges. Auch Barßel wurde durch Brandschatzung der hessischen Truppen im besonderen Masse davon betroffen. Henrich Wilken Heidemann (1674-1728) gründet seine Familie in der Heimat, sein Bruder, der o.g. Meinert Wilken kommt ins Ammerland.

Hier endet zunächst die Ahnenlinie Meiners (männliche Linie). Eine weit verzweigte Familie mit zum Teil wechselnden Namensgebungen, die nicht nur in der Kirchgemeinde Apen, sondern in der gesamten Region ihre Spuren hinterlassen hat. Dazu aber an anderer Stelle und zu späterer Zeit mehr.