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Erinnerungen an unsere Schulzeit – Ausflug nach Bad Zwischenahn

Der Sommer 1982 steht vor der Tür und mit allen vierten Klassen zusammen brechen wir auf, um in Bad Zwischenahn die Orientierungsstufe zu erkunden. Der Bus holt uns bei unserer kleinen und überschaubaren Ofener Grundschule ab. Zum Glück haben unsere Eltern uns ein Extrapausenbrot und was zu Trinken mitgegeben. So wird es auf der Fahrt nicht langweilig, jeder weiss etwas zu erzählen. Einige haben schon ältere Geschwister an der grossen Schule. Auch meine Schwester Heike und mein Bruder Wolfgang gehören dazu. Und nun soll ich der Nächste sein?

Grundschule und Pausenhof Ofen

Alle sind gespannt. Was erwartet uns? Wie wird es werden? Gibt es da genügend Spielmöglichkeiten? Und wie sehen wohl die Klassenräume aus? Erst vor kurzem wurde landesweit beschlossen, dass wir Kinder vor der engültigen Entscheidung einer weiterführenden Schule die sog. Orientierungsstufe besuchen. Besonders spannend an diesem Tag sind die Werk- und Textilräume, die Räume für Physik oder Biologie oder auch die grosse Pausenhalle. Irgendwie wirkt alles viel zu überdimensioniert auf uns kleine Zwerge. Respektvoll bewegen wir uns durch die modernen Gebäude und bekommen viele Informationen von den den Lehrerinnen und Lehrern mit auf dem Weg. Und der Schulhof ist auch so riesig, allerdings fast überfall gepflastert. Einen Fussballplatz gibt es abseits des Geländes, in einem Käfig… Trotz des vielen Betons bleiben die bunten Farben des Gebäudes in Erinnerung.

Ehemalige Orientierungsstufe/Realschule in Bad Zwischenahn

Auf dem Rückweg gibt es viel Gesprächsstoff. Was hat uns am besten gefallen? Wer kommt wohl mit wem in eine Klasse? Und wie wird das wohl mit der täglichen Busfahrt? Auch wenn wir viel erfahren haben, so bleibt es spannend und einige von uns können es kaum abwarten, endlich die neue grosse Schule zu besuchen.

Johann Meiners Pionier und Gründer des Dorfes Lohorst in der Gemeinde Edewecht

Unser Opa Johann „Jann“ Meiners hat so einiges gesehen und erlebt. Als sechstes und jüngstes Kind unserer Urgrosseltern Johann und Margarethe Meiners geb. Vohlken erblickt er 1897 auf der Landwirtschaft in Hengstforderfeld (Gemeinde Apen) das Licht der Welt. Früh steht fest, dass entsprechend der langen Tradition sein älterer Bruder Hinrich die familiäre Landwirtschaft übernehmen wird. Doch Johann hilft natürlich auch in der Kindheit bzw. seiner Jugend tatkräftig auf dem Hof mit. Das wird seine Spuren hinterlassen. Zunächst einmal geht er als Knecht in die Nachbargemeinde Edewecht. Dort verdient er im landwirtschaftlichen Bereich seine ersten „Taler“.

Glücklicherweise lernt er bei der Arbeit im Moor auch unsere Oma „Anni“ Hoting kennen. Sie heiraten am 08.05.1925 in der schönen alten Edewechter Kirche, bekommen zwischen 1927 und 1943 insgesamt fünf Kinder, wovon zwei aber leider bereits in der Kindheit sterben.

Die Arbeit auf dem Acker und mit den Tieren macht unserem Opa viel Spass und. Er träumt von einer eigenen Landwirtschaft, seinem eigenen Grund und Boden. Nach weiteren Stationen in Specken, als Gutsverwalter in Ludwigslust und zurück im Norwesten zunächst in Petersfehn und später in Wittenriede ist es dann endlich soweit. Im April 1950 begründet er als erster Siedler im sog. Lupinenfeld den Ort Lohorst. Es entsteht Stück für Stück eine prosperierende Landwirtschaft, die auch heute noch in Familienhand bewirtschaftet wird. In der Freizeit engagiert sich „Jann“ im Heimatverein „Vergnögde Goodheit“. Die Details zum Leben von Jann Meiners und seiner Ehefrau Anni Hoting sind hier zu lesen.

„Coole“ Klamotten und so viele Haare

Ich kann mich ja schon an die selbst gestrickten immer kratzenden Pullover erinnern, aber in Kombination mit dieser stylischen karierten Hose?! Aber es half nichts, es gelang mir und uns Kindern nur selten, der geplanten Tagesgeraderobe unserer Eltern zu entgehen. Womöglich habt ihr ähnliche Erfahrungen und Erinnerungen zu diesen frühen „Zwängen“ der Erziehungsberechtigten. Und wenn ich dann überlege, wie das heute bei unseren beiden Töchtern so läuft…

Na ja und dann dient das Foto abschliessend als Beweis, dass ich ganz früher mal eine grosse Haarpracht hatte.

Das war ein Winter!…Damals 1979

Da sitzt man so im Sommer draussen und denkt so, was man schreiben kann. Durchblättert alte Fotos und eins der ersten Aufnahmen weckt meine Erinnerungen an einen ganz besonderen Winter, und zwar den im Jahre 1979. Erinnert Ihr Euch noch?

Wegen des starken Schneefalls (er blieb sogar liegen) gab es für uns als Kinder ein paar schöne Tage. Die Schule fiel aus, wir mussten nicht mal unsere Uhr vorstellen, um später zu sagen, dass der Bus zu spät kam ;-). Nein an diesen Tagen war es unzweifelhaft erkennbar, da wird nix gehen in der Schule. Wir konnten uns von morgens bis abends in der von Schneedünen und per Schneeschiebern und Schneefahrzeugen aufgeschobenen weissen Landschaft vergnügen. So kann ich mich erinnern, dass wir von dem Garagendach unten in die Dünen gehüpft sind. Wir haben direkt von der Haustür quasi ein eigenes Schneehaus gebaut. Schneemänner, die eine Grösse von über 2 Meter hatten wurden in gemeinsam „schwerer“ Arbeit geschaffen.

Öffentliche Bereitstellung unserer Familiendatenbank

Wir haben uns nach einigen Überlegungen und Tests dazu entschieden, sukzessive die Informationen aus unserer Familiendatenbank auch anderen Hobbygenealogen auf einfache Art zur Verfügung zu stellen. Die Wahl ist auf den kostenlosen Anbieter Familysearch gefallen. Ihr könnt Euch dort ganz einfach unkompliziert anmelden und habt dann den entsprechenden Zugriff zu dem sog. Weltstammbaum (über 1,2 Mrd. Personen). Dies ist ein Stammbaum, an dem über die ganze Welt verteilt, extrem viele Familienforscher Daten erfassen, hochladen und ergänzen bzw. korrigieren. Ein wahrer Fundus für jeden Hobbyforscher. Neben der eigenen Pflege unserer Daten auf unseren Rechnern ist dies eine gute Möglichkeit der Zusammenarbeit. Eine besonders gute Erklärung dazu liefert Georg Palmüller auf Youtube. Wer eine generelle Erklärung zu Familisearch möchte klickt einfach hier.

Inzwischen sind etwa 30 % unserer rd. 18.000 vorhandenen Personen veröffentlicht. Teilweise haben wir auch bereits Fotos hinzugefügt. Der Ausgangspunkt ist einer der beiden Autoren Klaus Blum. Der Schwerpunkt der dort bereitgestellten Daten liegt derzeit auf den Ahnen bzw. den Vorfahren der Familien Blum, Zabel, Konau, Bleyer, Hoting, Schenkel. Jeweiliger Ausgangspunkt der Verlinkung ist der uns am nächsten gelegene Vorfahre.

Daneben sind auch diverse Stammdaten (d.h. Nachfahren) unserer bisher ältesteten Vorfahren der Familien Blum (z.B. ca. 2.500 Personen) mit Ursprung in Baden Württemberg, Meiners und Wardenburg (z.B. ca. 500 Personen) aus dem Ammerland bzw. Barßel bzw. dem Oldenburger Land, Konau aus der Nähe von Lüneburg und Hoting (z.B. ca. 800 Personen) aus dem Ammerland sichtbar. Wir möchten nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass wir bei unseren Forschungen auch von anderen Hobbygenealogen sehr gut unterstützt wurden. Dafür sind wir sehr dankbar. Sie sind unter der Rubrik Quellen genannt. Wir laden Euch herzlich zum bilateralem Austausch ein.

Schulsport in den 1920er Jahren

So sah der Schulsport in den 1920er Jahren einmal aus. Im Wesentlichen spielte sich das Ganze wohl draussen in der Natur ab. Die vierte Person von links (stehend) ist der Urgrossvater unserer Töchter Edwin Heinrich Bleyer (1915-1998).

Verwandtschaft in der Dobrudscha? Wo liegt das?

Von einigen Monaten staunte ich nicht schlecht. Auch in der Dobrudscha haben wir Spuren hinterlassen? Bisher war mir dieser Landstrich völlig unbekannt. Klar, den Namen hatte ich auch schon mal gehört, aber erklären, wo das liegt… nein das konnte ich nicht.

Die Dobrudscha geht aus der geschichtlichen Betrachtung im Südosten Europas hervor. Es grenzt an das schwarze Meer. Die Region liegt im äussersten Nordosten des heutigen Bulgariens sowie dem äussersten Südosten vom heutigen Rumänien. Landschaftlich finden wir hier ähnlich des Südens in Bessarabien überwiegend eine Steppe. Auch hier wechselten sich über die Jahrhunderte verschiedenste Völker bei der Macht ab. Durch den Berliner Vertrag kam 1878 der grösste nördliche Teil zum heutigem Rumänien. Im Süden war dies nach einigen Jahrzehnten unter der bulgarischen Führung 1918 ebenfalls der Fall, wurde 1940 aber wieder rückgängig gemacht.

Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen auch viele deutsche Kolonisten insbesondere aus dem benachbarten Bessarabien und der Cherson in diese Gegend. Und das Spannende daran… es waren auch einige aus unserer Familie dabei. Inbesondere in den Orten Kobanin und Sofular haben sie massgeblich als Kolonisten ihre Spuren hinterlassen. Und hier ist die ganze Geschichte dazu nachzulesen.

Die Auswanderung

Oftmals wird ja auch über die Generationen hinweg von dem „Onkel Bill“ in Amerika oder „Onkel Piotr in Polen oder Russland“ erzählt. Wer einmal mit der Familienforschung angefangen hat, der wird das kennen. Irgendwann fragt man sich, ob nicht doch auch von der eigenen Familie da mal einer den ganz grossen Sprung der Auswanderung gewagt hat.

Bei unserer Forschung haben wir uns anfänglich wegen der vielen Fälle und der direkten Linie eher den Auswanderungslinien nach Westpreussen (heutiges Polen), Bessarabien (heutige Ukraine) oder auch den Kaukasus gewidmet. Inzwischen blicken wir auf „Verwandtschaft“ in fast allen Erdteilen. Und ein ganz besonders ausdrucksvolles Foto haben wir von unserem Familienforscherfreund Werner Blum zur Verfügung gestellt bekommen. Es zeigt Andrew Jacob Blum (1888-1929) und Heghorn Bill ca. 1915. Unser Verwandter ist bedingt durch die Auswanderung seiner Eltern in Menno (South Dakota) geboren. Nach seiner Vermählung mit Blanche Eva Logpre zog es die beiden Kanada (Mankota, Saskatchewan).

Wer noch Lust hat, schaut sich die Details zu manch einer Auswanderergeschichte in unserer Familie auf unserer Homepage an.

Die Ungewissheit ist das „Schlimmste“

Wer hat diesen Satz nicht schon einmal innerhalb von Gesprächen in seiner Familie gehört. Die Weltkriege haben nicht nur Tod und Elend gebracht. Oftmals blieben die Angehörigen zu Haus im Umgewissen, was mit ihren Vätern und Söhnen im Krieg geschah. Die letzte Hoffnung war oft nur die Suche über die staatlichen Stellen, u.a. das DRK. So sah es damals aus.

Viele Jahre wandte sich die Familien Blum immer wieder aufs Neue an das DRK. Doch die lang ersehnte Nachricht liess auf sich warten. Selbst, wenn man wüsste, dass derjenige gefallen war, so war diese Information, beruhigender als diese Ungewissheit. So, zumindest der O-Ton vieler Befragten. Und das Gegenstück der Suche des in diesem Fall in russischer Kriegsgefangenschaft befindlichen Ewald Blum sah folgendermassen aus.


Leider nahm dieses Schicksal keinen guten Verlauf. Beide Suchkarten erreichten erst sehr viel später die Familie Blum in Vaihingen. Und auch erst viele viele Jahre nach dem Ende des Weltkriegs bekam die Familie Blum die Gewissheit, dass ihr Sohn und Bruder in Gefangenschaft verstorben ist. Er wurde bei der Zwangsarbeit in einem Kohlebergwerk verschüttet. Die letzten Informationen stammen aus einem herzergreifenden Brief eines Mitgefangenen aus Gr. Schönebeck. Sie waren zusammen im Lager Nr. 144/4 im Dombas. Das Schrecklichste ist, dass der Sohn Ewald trotz aller Bemühungen keine Anschrift seiner Familie während seiner Gefangenschaft erhalten hat. So kam auch leider Lebenszeichen bei seinen Liebsten an.

Wenn Häuser ihre Geschichte erzählen…

Auch dieses Foto kam erst nach vielen Jahren aus der jahrelang auf dem Dachboden „verschollenen“ Holzkiste meines Onkels. Nicht nur, dass es m.E. auch wegen der auf dem HOf laufenden Tiere eine besondere Ausstrahlung hat, wie ich finde, nein es trägt auch noch eine besondere Geschichte in sich. Hier wurde meine Oma „Anni“ Hoting als jüngstes Kind meiner Urgrosseltern Gerhard und Anna Marie Hoting geb. Schedemann geboren. Die kleine Köterstelle wurde von ihrem Grossvater hier auf der Grenze zwischen Wester- und Osterscheps gegründet. Sie dürfte etwa dort, wo heute die Baumschule Oltmanns besteht, gelegen haben.