Die Familie Hoting im Kirchspiel Westerstede

Friedrich Wilhelm Hoting (1867-1955) zieht es von seinem Geburtsort Espern im Kirchspiel Apen in die Nachbarschaft des Kirchspiels Westerstede. Zunächst verdient er seinen Lohn, kaum volljährig als Dienstknecht in Westerstede. Und in dieser Zeit lernt er seine zukünftige Ehefrau Gesche Marie kennen. Sie stammt aus dem Hause Meilahn in Hollwege. Im Mai 1891 wird das Aufgebot bestellt und nur kurze Zeit später treten sie vor den Pfarrer in der Westersteder Kirche, um sich das Jawort zu geben. Parallel übernehmen sie eine erste Pachtstelle in Westerloy. In den folgenden Jahren vergrösserte sich der Haushalt um fünf Kinder. Der Wunsch nach eigenen Grund und Boden wächst, der Platz wird langsam eng. Durch Fleiss und Zielstrebigkeit ist es ihnen zur Jahrhunderwende endlich möglich, eine eigene Hofstelle in Westerstederfeld zu gründen. Die „kleine“ Helene vervollständigt im November diesen Jahres das Familienglück. Doch Friedrich Wilhelm Hoting setzt seine Kraft nicht nur für die eigene Landwirschaft und Familie ein. Er ist im Dorf und darüberhinaus beliebt und leistet als Bezirksvorsteher vielfältige Arbeit zur positiven Entwicklung in seiner Heimat. Auch der Vorsitz der Kuhkasse hier in Westerstederfeld liegt bei ihm in bester Hand. Und damit nicht genug, als Direktor in der landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft sorgt er für eine reibungslose und möglichst bezahlbare Versorgung der Landwirte vorort. Mit 88 Jahren schliesst der bodenständige und stets hilfsbereite Landwirt für immer seine Augen. Er kann stolz auf sein Lebenswerk sein.

Seine drei Kinder Johanne, Heinrich und Frieda wagen den grossen Sprung über den Atlantik und tragen damit die gemeinsamen „Hoting-Wurzeln“ in die USA.

Die mit allen körperlichen Kräften aufgebaute Landwirtschaft in Westerstederfeld übernimmt der älteste 1893 geborene Sohn Johann Friedrich. Zusammen mit seiner aus Westerloy stammenden Ehefrau Elisabeth Hinrichs ziehen sie fünf Kinder auf der Hofstelle gross. Viel zu früh stirb die Mutter im Jahre 1943. Nun gilt es, in der Familie eng zusammenzustehen. Doch der Krieg bringt durch den Tod des ältesten Sohnes Wilhelm (1921-1944) erneut grosses Leid in die Familie Hoting. Nach einem arbeitsreichen Leben ist dem Hausvater ein Ruhestand nicht vergönnt, denn er verstirbt nur drei Jahre nach seinem Vater bzw. 15 Jahre nach seiner Ehefrau.

Die übrigen Kinder bleiben bis auf eine Tochter, die es in die Wesermarsch „verschlägt“ mit ihren Familien im Westersteder Umfeld. Die Hofstelle übernimmt der zweitgeborene Sohn Heinrich, der hier der letzte aktive Landwirt der Familie Hoting sein wird. Friedrich, den alle nur „Fritz“ nennen, gründet seine eigene Nebenerwirbslandwirtschaft.