Augustfehn (Bauerschaft)

Augustfehn bzw. das langestreckte Lengener Moor bildete die Grenze zwischen dem Ammerland und Ostfriesland. Die Bodenbeschaffenheit war wegen des moorigen Untergrunds für eine frühe Siedlung ungeeignet. Erst nachdem der Wasserstand im Laufe der Jahrhunderte einem weiteren Wachstum des Moores Einhalt gebot, veränderte sich das Siedlungsgeschehen. Nur ein schmaler flacher Geestrücken bot der Heerstrasse zwischen Oldenburg und Ostfriesland die Möglichkeit, halbswegs trockenen Fusses durch diese feuchte Gegend zu kommen. In den Herbst- und Wintermonaten war aber auch diese Route durch immer wieder aufkommende Überflutungen nicht immer passierbar.

Von elementarer Bedeutung der Begründung dieses Ortes war der 1841 begonnene Bau des Kanals. Die Planungen hierzu wurden 1822 aufgenommen. Dabei spielte der aus Hildesheim ins Oldenburger Land geflohene Friedrich Georg Orth (1787 – 1848) eine entscheidende und ggü. der Herzoglichen Regierung „treibende“ Bedeutung. Der Grund seiner Flucht lag darin, dass er sich der militärischen Pflicht der napoleonischen Armee entziehen wollte.

Seit 1850 nahm die Besiedlung auch infolge der Gemeinheitsteilung von Vreschen-Bokel und Hengstforde, d.h. das dort die Flächen bereits den willigen Siedlern zugesprochen wurden, ihren Anfang. Nur wenige Jahre später wurde von Julius Schultze und Konsul Bley die Eisenhütte gegründet. Hier fanden viele unserer Familienangehörigen einen Arbeitsplatz zur Ernährung ihrer Familie. Für die Ansiedlung spielten die inzwischen gute Verkehrsinfrastruktur, der vorhandene Torf sowie das im Boden befindliche Raseneisenerz die wesentlichen Gründe. Hinzu kam 1869 die eröffnete Bahn von Oldenburg nach Leer, die hier in Augustfehn auch einen Halt machte. 1864 entstand hier noch eine Windmühle und 1872 folgte dann die Ansiedlung des Stahlwerkes – Augustfehn hat sich damit zu einem Industriestandort entwickelt -.