Alle Beiträge von Klaus Blum

Weitere Auswanderungen in die USA

Inzwischen ist bekannt, dass auch zahlreiche weitere Nachkommen der Familie Blum im Laufe der letzten Jahrzehnte nach Amerika ausgewandert sind.

1.) Familie Karl und Elisabeth (Elizabeth) Blum geb. Rösner

Der in Strutzfon, seinerzeit westpreussisch, geborene Karl Blum siedelt sehr früh mit seinen Eltern Matthäus und Elisabeth Blum geb. Hennig nach Bessarabien um. Damit gehören sie zu den ersten „Blums“ in der Steppe. Nach einem kurzen etwa zweijährigem Aufenthalt in Teplitz und der inzwischen nachziehenden Familie – Grosseltern bzw. Eltern – Andreas und Jacobina Blum geb. Knodel – begründen sie zusammen den Ort Plotzk.

23jährig heiratet Karl die aus Arzis kommende Luise Baier. Die Trauung findet 1852 in der Heimatkirche der Ehefrau statt. Die bekommen in den folgenden Jahren die Kinder Wilhelmina und Gottfried. Doch nur wenige Wochen nach der Geburt des Sohnes stirbt die junge Mutter und es kehrt grosse Trauer ein. Noch im gleichen Jahr vermählt sich Karl mit der aus der ebenfalls seit einigen Jahren in Plotzk lebenden Müllerfamilie stammenden Elisabeth Rösner. Diese fleissigen Mitglieder dieser Familie hinterlassen in Bessarabien wie auch in der Dobrudscha viele Spuren.

Die junge Ehefrau wird 17 Mal schwanger, aber leider nur fünf Kinder erreichen das Erwachsenenalter. In der zweiten Hälfte der 1860er siedeln sie nach Eigenheim um, denn dort haben sie von der Familie Blum inzwischen günstiges Siedlungsland erworben. Zusammen mit der Familie seines Bruders Johannes begründen sie den Ort Eigenheim. Später bekommt Karl als Gemeindeschreiber und später als Notar noch einen guten Nebenverdienst und bewirtschaften den Hof Nr. 26.

Beflügelt durch lebthafte positive Berichte von Freunden und Verwandten, insbesondere der Familie Rösner aber auch ihrer Tochter Karolina, die den Sprung über den grossen Teich gewagt haben, macht sich sich nach dem Tod der Eltern 1881 auch die Familie von Karl und Elisabeteh Blum auf, um ein neues hoffentlich besseres Lebenskapital aufzuschlagen. Nur die Tochter aus erster Ehe – Wilhelmina – bleibt in ihrer Heimat Bessarabien zurück. Mit den übrigen Töchtern wagen die Blums den grossen Schritt in die ersehnte neue Welt. Sie lassen sich in der Nähe von Yankton (South Dakota) nahe am Missouri River nieder.

Nur kurze Zeit später heiratet Christina den ebenfalls aus Teplitz (Bessarabien) stammenden Jacob Weidenbach und ziehen ihre einzige Tochter Christine (*1883) gross. Sie werden Zeuge der 1907 und 1909 zur Welt kommenden Enkel.

Karolina Blum, die rd. zwei jüngere Schwester war schon 1879 in die USA ausgewandert und hatte im November des gleichen Jahres in Delmont (Douglas, South Dakota) den aus Tarutino (Bessarabien) ebenfalls parallel eingewanderten Wilhelm Bierwagen geheiratet und setzen somit auch diese Familienlinie fort.

Die jüngste Tochter Pauline, die frisch geboren auf die grosse Reise nach Amerika mitgenommen wird, lernt von der Wiege aus das neue Leben kennen. Sie heiratet zwanzig Jahre später den in Ridgeway (Iowa, USA) geborenen Johann Ludwig bzw. Louis Jungck.

Erinnerungen an unsere Schulzeit – Ausflug nach Bad Zwischenahn

Der Sommer 1982 steht vor der Tür und mit allen vierten Klassen zusammen brechen wir auf, um in Bad Zwischenahn die Orientierungsstufe zu erkunden. Der Bus holt uns bei unserer kleinen und überschaubaren Ofener Grundschule ab. Zum Glück haben unsere Eltern uns ein Extrapausenbrot und was zu Trinken mitgegeben. So wird es auf der Fahrt nicht langweilig, jeder weiss etwas zu erzählen. Einige haben schon ältere Geschwister an der grossen Schule. Auch meine Schwester Heike und mein Bruder Wolfgang gehören dazu. Und nun soll ich der Nächste sein?

Grundschule und Pausenhof Ofen

Alle sind gespannt. Was erwartet uns? Wie wird es werden? Gibt es da genügend Spielmöglichkeiten? Und wie sehen wohl die Klassenräume aus? Erst vor kurzem wurde landesweit beschlossen, dass wir Kinder vor der engültigen Entscheidung einer weiterführenden Schule die sog. Orientierungsstufe besuchen. Besonders spannend an diesem Tag sind die Werk- und Textilräume, die Räume für Physik oder Biologie oder auch die grosse Pausenhalle. Irgendwie wirkt alles viel zu überdimensioniert auf uns kleine Zwerge. Respektvoll bewegen wir uns durch die modernen Gebäude und bekommen viele Informationen von den den Lehrerinnen und Lehrern mit auf dem Weg. Und der Schulhof ist auch so riesig, allerdings fast überfall gepflastert. Einen Fussballplatz gibt es abseits des Geländes, in einem Käfig… Trotz des vielen Betons bleiben die bunten Farben des Gebäudes in Erinnerung.

Ehemalige Orientierungsstufe/Realschule in Bad Zwischenahn

Auf dem Rückweg gibt es viel Gesprächsstoff. Was hat uns am besten gefallen? Wer kommt wohl mit wem in eine Klasse? Und wie wird das wohl mit der täglichen Busfahrt? Auch wenn wir viel erfahren haben, so bleibt es spannend und einige von uns können es kaum abwarten, endlich die neue grosse Schule zu besuchen.

Köterstelle IV – Dirich Dierk Hoting (1729-1799) – Ehemals Cornelius Wehlau

Dirich Dierk Hoting (1729-1799) heiratet 1754 in die von seinem Schwiegervater – Cornelius Wehlau – neu gegründete Köterstelle ein. Er behält aber auch nach seiner Vermählung mit der älteren der beiden Wehlau-Töchter – Anna Margarete (1728-1802) den eigenen Namen bei. Nach dem Tode des Hofbegründers wird diese Köterei durch die Eheleute fortgeführt und an den älteren Sohn Eilert Dirk (1755-1831) vererbt.

Willi (Christoph Heinrich) Konau – Die musikalische Feder in der Familie

Der Grossvater meiner Ehefrau Angela legt früh für das musische Hobby unserer Töchter die genetischen Wurzeln. Willi Konau erblickt am fünften Tage des neuen 20. Jahrhunderts in Neu Darchau an der Elbe das Licht der Welt. Als bisher einizig bekanntes Kind von Johann Heinrich W.H. und Marie E.A. Konau geb. Gehr findet er früh sein Interesse für die Musik. Er spielt Trompete, Geige und das Schifferklavier, gerne in Gesellschaft. Alle seine Söhne treten in seine Fussstapfen und widmen sich in ihrer Freizeit ebenfalls der Musik.

Willi und Günter Konau auf dem Schifferklavier

So nah am Wasser liegt es für Willi auf der Hand, den Schifferberuf anzugehen. Er fährt viele Jahre mit einer Schute die Flüsse rauf und runter. Gut vorstellbar, dass er fröhlich pfeiffend über das Wasser blickt und seine Arbeit verrichtet. Seine Militärzeit verbringt er in Wilhelmshaven und Belgien. Mit knapp dreissig Jahren heiratet er die Grossmutter meiner Ehefrau – Gertrud Daus – , sie ist gerade erst volljährig geworden, das erste Kind ist unterwegs.

Gertrud und Willi Konau

Aus dieser Ehe gehen drei Söhne Wilhelm (1929-1929), Willi (*1931-1991) und mein Schwiegervater Günter (1934-2009) hervor. Doch nur wenige Jahre später nimmt das Schicksal seinen Lauf. Gertrud leidet an einer schweren Lungenentzündung und auch das Herz will nicht mehr richtig. Viele Tage sitzen die Familienmitglieder am Bett der Leidenden. Mit nur 29 Jahren lassen ihre Kräfte endgültig nach. Die Trauer und Belastung für die Hinterbliebenen ist gross. Die Söhne, gerade einmal sechs bzw. drei Jahre alt können den Verlust ihrer Mutter kaum begreifen. Die folgenden Monate sind schwer. Gertrud fehlt an allen Ecken und Kanten, immer wieder die Frage. „Warum musste sie so früh von uns gehen?“.

Aber gut zwei Jahre nach diesem tragischen Familienereignis vermählt sich Willi Konau erneut. Mit der aus Kleinheide stammenden Else Meyer zieht er die zwei weiteren Söhne Werner (1939-2018) und Dieter mit den den älteren gross. Sie feiern mit Willi und Günter 1956 und 1957 gemeinsam deren Hochzeiten.

Und auch Werner und Dieter heiraten später und gründen ihre Familien. So kommen zwischen 1956 und 1989 insgesamt neun Enkel zur Welt. Stolz sind die Grosseltern auf dies Schar ihrer Nachkommen und ganz besonders Willi Konau. Sie spielen gerne mit ihnen. Doch die Geburt der jüngsten Enkelin in Bremerhaven kann er leider nicht mehr miterleben. Mit 88 Jahren schwinden seine Kräfte und so verstirbt er 1988, seine Beisetzung findet auf dem Friefhof in seinem Geburtsort statt. Seine zweite Ehefrau Else überlebt knappe 19 Jahre und verstirbt 2007.

Wir sind dankbar, dass unsere Kinder diese Gene vererbt bekommen haben.

Lokale Berichterstattung des Schicksals der Familie Meiners aus Godensholt

Was man so alles in alten Zeitungen so findet… So wird im Ammerländer vor rd. 160 Jahren sehr dezidiert vom Tod des Familienvaters Oltmann Meiners (1813-1861) aus Godensholt berichtet. Und nur wenige Tage später nimmt das familiäre Schicksal auch in Bezug auf die Vermögensverhältnisse und die Hinterbliebenen seinen Lauf. Eine sehr traurige Geschichte, die in alter schwerer Zeit leider wohl nicht einzigartig war. Aber lest selbst.

Johann Meiners Pionier und Gründer des Dorfes Lohorst in der Gemeinde Edewecht

Unser Opa Johann „Jann“ Meiners hat so einiges gesehen und erlebt. Als sechstes und jüngstes Kind unserer Urgrosseltern Johann und Margarethe Meiners geb. Vohlken erblickt er 1897 auf der Landwirtschaft in Hengstforderfeld (Gemeinde Apen) das Licht der Welt. Früh steht fest, dass entsprechend der langen Tradition sein älterer Bruder Hinrich die familiäre Landwirtschaft übernehmen wird. Doch Johann hilft natürlich auch in der Kindheit bzw. seiner Jugend tatkräftig auf dem Hof mit. Das wird seine Spuren hinterlassen. Zunächst einmal geht er als Knecht in die Nachbargemeinde Edewecht. Dort verdient er im landwirtschaftlichen Bereich seine ersten „Taler“.

Glücklicherweise lernt er bei der Arbeit im Moor auch unsere Oma „Anni“ Hoting kennen. Sie heiraten am 08.05.1925 in der schönen alten Edewechter Kirche, bekommen zwischen 1927 und 1943 insgesamt fünf Kinder, wovon zwei aber leider bereits in der Kindheit sterben.

Die Arbeit auf dem Acker und mit den Tieren macht unserem Opa viel Spass und. Er träumt von einer eigenen Landwirtschaft, seinem eigenen Grund und Boden. Nach weiteren Stationen in Specken, als Gutsverwalter in Ludwigslust und zurück im Norwesten zunächst in Petersfehn und später in Wittenriede ist es dann endlich soweit. Im April 1950 begründet er als erster Siedler im sog. Lupinenfeld den Ort Lohorst. Es entsteht Stück für Stück eine prosperierende Landwirtschaft, die auch heute noch in Familienhand bewirtschaftet wird. In der Freizeit engagiert sich „Jann“ im Heimatverein „Vergnögde Goodheit“. Die Details zum Leben von Jann Meiners und seiner Ehefrau Anni Hoting sind hier zu lesen.

Eine wahre Reise auf den Spuren der Ahnen

2019 unternahmen wir eine Reise nach Odessa. Und dankenswerterweise hatte unsere Gruppe auch Lust mit mir den Ort Plotzk ( Plozk) zu besuchen. Mit Hilfe eines Geschäftsfreundes konnten wir einen Mietwagen und Dolmetscher engagieren. Auf gings, zunächst kamen wir auch recht zügig voran. Wir fragten uns, warum Google-Maps doch so eine lange Anreisezeit (Über drei Stunden für 170 KM) versprach. Eine kurze Nachfrage beim Dolmetscher. Die Antwort: „..ein wenig Geduld…“. Und dann ging es los. Wir mussten von der Strasse, die wirklich grosse Schlaglöcher aufwiess und die Autos weit in der Ferne zu einem Fahrstil animierte, der jedem „vollalkolisierten Autofahrer“ Konkurrenz macht, abfahren. „Ah, dachten wir, jetzt wird nen Schuh draus“. Und nun ging es auf einer echen Sandpiste über viele Kilometer weiter. Ein kurzer Stop in Sarate und Arzis und dann endlich angekommen in Plotzk. Dort erkundeten wir zunächst das Dorf, die nähere Umgebung incl. des alten deutschen Friedhofs. Aber der Höhepunkt und in bleibender Erinnerung ist uns die Einladung der Schwestern geblieben, die einen der beiden ehemaligen Blumenhöfe (Von der Familie Daniel Blum) heute bewohnen. Wir durften uns frei bewegen und wurden dann zum Schluss sogar noch in den Weinkeller zur Verkostung eingeladen. Ganz grossartig diese Begegnung. Vielen Dank. Weitere Fotos sind auch auf unserer Homepage https://familienforschung-blum.de/ zu sehen.

Die ehemalige Kirche von Plotzk
Stallgebäude ehemaliger Hof von Daniel Blum
Das Wohnhaus
Weinverkostung aus uralten Fässern.