Öffentliche Bereitstellung unserer Familiendatenbank

Wir haben uns nach einigen Überlegungen und Tests dazu entschieden, sukzessive die Informationen aus unserer Familiendatenbank auch anderen Hobbygenealogen auf einfache Art zur Verfügung zu stellen. Die Wahl ist auf den kostenlosen Anbieter Familysearch gefallen. Ihr könnt Euch dort ganz einfach unkompliziert anmelden und habt dann den entsprechenden Zugriff zu dem sog. Weltstammbaum (über 1,2 Mrd. Personen). Dies ist ein Stammbaum, an dem über die ganze Welt verteilt, extrem viele Familienforscher Daten erfassen, hochladen und ergänzen bzw. korrigieren. Ein wahrer Fundus für jeden Hobbyforscher. Neben der eigenen Pflege unserer Daten auf unseren Rechnern ist dies eine gute Möglichkeit der Zusammenarbeit. Eine besonders gute Erklärung dazu liefert Georg Palmüller auf Youtube. Wer eine generelle Erklärung zu Familisearch möchte klickt einfach hier.

Inzwischen sind etwa 30 % unserer rd. 18.000 vorhandenen Personen veröffentlicht. Teilweise haben wir auch bereits Fotos hinzugefügt. Der Ausgangspunkt ist einer der beiden Autoren Klaus Blum. Der Schwerpunkt der dort bereitgestellten Daten liegt derzeit auf den Ahnen bzw. den Vorfahren der Familien Blum, Zabel, Konau, Bleyer, Hoting, Schenkel. Jeweiliger Ausgangspunkt der Verlinkung ist der uns am nächsten gelegene Vorfahre.

Daneben sind auch diverse Stammdaten (d.h. Nachfahren) unserer bisher ältesteten Vorfahren der Familien Blum (z.B. ca. 2.500 Personen) mit Ursprung in Baden Württemberg, Meiners und Wardenburg (z.B. ca. 500 Personen) aus dem Ammerland bzw. Barßel bzw. dem Oldenburger Land, Konau aus der Nähe von Lüneburg und Hoting (z.B. ca. 800 Personen) aus dem Ammerland sichtbar. Wir möchten nicht versäumen, darauf hinzuweisen, dass wir bei unseren Forschungen auch von anderen Hobbygenealogen sehr gut unterstützt wurden. Dafür sind wir sehr dankbar. Sie sind unter der Rubrik Quellen genannt. Wir laden Euch herzlich zum bilateralem Austausch ein.

Hofgeschichte der Hausmannstelle Röbber Nr. 12 in Osterscheps

Wie in der Vergangenheit bereits beschrieben möchten wir Stück für Stück einige Hofgeschichten unserer Vorfahren erzählen. An dieser Stelle soll es um die sehr alte Hausmannstelle Röbber in Osterscheps gehen. Dieser Hof ist seit Jahrhunderten in Familienhand und befindet sich im Herzen von Osterscheps (Bauernhörne). Wir freuen uns über Feedback und Ergänzungen. Näheres zu der Hofgeschichte findet Ihr hier.

Köterstelle Schuhmacher Nr. 29 in Vreschen-Bokel (Eschstrasse 1)

Die Hofgeschichte der Köterstelle Schuhmacher in Vreschen-Bokel. Hier erzählt aus der Sicht der Besitzer aus den letzten drei Jahrhunderten. Aus unseren Recherchen der Familien- und Hofforschung möchten wir gerne einmal den Versuch wagen, diese der hoffentlich interessierten Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Inhalte wurden am Schluss noch ein wenig durch entsprechende KI „verschönert“. Die ganze Geschichte dazu findet Ihr hier:

Röbber Hausmannstelle Nr. 12 Osterscheps

Der Röbberhof in Osterscheps gehört zu den alten Hausmannstellen des Ammerlandes. Seine Geschichte lässt sich über mehr als 650 Jahre bis in das 14. Jahrhundert zurückverfolgen. Über Generationen hinweg blieb der Hof im Besitz derselben Familie oder wurde durch Einheirat weitergegeben. Die Geschichte des Hofes spiegelt zugleich die Entwicklung der bäuerlichen Kultur in der Region Edewecht wider – von der mittelalterlichen Hofstelle über die Zeit der Naturalabgaben bis hin zur modernen Landwirtschaft.

Die frühen Besitzer (14.–16. Jahrhundert)

Hanneke Rothbertingh

Besitzer ab etwa 1368

Der älteste nachweisbare Besitzer der Hofstelle ist Hanneke Rothbertingh, der um 1368 als Hausmann in Osterscheps erwähnt wird. Über sein Leben sind nur wenige Details überliefert, doch seine Erwähnung zeigt, dass die Hofstelle bereits im Spätmittelalter bestand. Johannis Roberti

Besitzer um 1428

Um 1428 erscheint Johannis Roberti als Hausmann der Stelle. Er wird als Nachfolger der frühen Hoflinie genannt. In dieser Zeit waren Bauernhöfe oft wirtschaftliche Einheiten mit Viehzucht, Getreideanbau und Naturalabgaben an Grundherren.


Hanneke Robbering

Besitzer um 1440

Der Sohn von Johannis Roberti war Hanneke Robbering, der um 1440 geboren wurde. Der Name zeigt bereits eine frühe Form des späteren Hofnamens Röbber.


Robbering (Name unbekannt)

Besitzer um 1500

Ein weiterer Nachkomme dieser Linie wird um 1500 als Besitzer der Hofstelle erwähnt. Die Quellenlage aus dieser Zeit ist lückenhaft, doch der Hof blieb offenbar kontinuierlich in Familienbesitz.


Die Robbiern-Generation (16.–17. Jahrhundert)

Johann Robbiern

Besitzer bis 1636

Der um 1565 geborene Johann Robbiern bewirtschaftete den Hof bis zu seinem Tod 1636.

Er heiratete Talke Robbiern, die 1645 verstarb. Der Überlieferung nach ertrank sie beim Übergang über die Aue am heutigen Schepser Damm – ein tragisches Ereignis aus der Hofgeschichte.

Eylert Oltmann Robbiern

Besitzer 1636–1667

Der Sohn Eylert Oltmann Robbiern übernahm den Hof 1636.

Aus dieser Zeit sind Abgaben überliefert, die an Wiefelstede zu entrichten waren:

  • 4 Scheffel Roggen
  • ½ Bündel Flachs
  • 20 Aale

Diese Naturalabgaben waren typisch für bäuerliche Höfe der damaligen Zeit.


Übergang zur Familie Röbber (17. Jahrhundert)

Talke Röbbier

Besitzerin 1667–1693

Nach dem Tod ihres Vaters wurde Talke Röbbier um 1667 Hoferbin. Durch ihre Heirat mit

Brun Gerdes (genannt Röbbier)

Besitzer 1667–1675

kam dieser auf den Hof und nahm später den Hofnamen Röbber an. Nach seinem Tod 1675 führte Talke den Hof allein weiter.


Konsolidierung des Hofes (17.–18. Jahrhundert)

Eilert Röbber

Besitzer 1693–1723

Der Sohn Eilert Röbber übernahm 1693 den Hof.
Mit ihm beginnt die durchgehende Linie der Familie Röbber auf dem Hof.


Brun Röbber

Besitzer 1723–1768

Der 1695 geborene Brun Röbber führte den Hof über mehrere Jahrzehnte.
Er heiratete Hille Eilers aus Godensholt.


Brun Röbber (der Jüngere)

Besitzer 1768–1792

Der 1726 geborene Sohn gleichen Namens übernahm 1768 die Hofstelle. Er heiratete Anna Oltmanns aus Querenstede. Aus dieser Ehe ging Helene Röbber hervor, die später eine entscheidende Rolle für die Weiterführung des Hofes spielte.


Einheirat in den Hof (18.–19. Jahrhundert)

Johann Deye gen. Röbber

Besitzer 1792–1810

Durch die Heirat mit Helene Röbber kam Johann Deye auf den Hof und nahm den Hofnamen Röbber an. Dies war ein häufiger Vorgang bei Bauernhöfen: Der eingeheiratete Ehemann übernahm den Hofnamen der Frau.

Das Ehepaar hatte mehrere Kinder, darunter:

  • Gerd Röbber (1786)
  • Johann Röbber (Schiffszimmermann)

Ausbau des Hofes im 19. Jahrhundert

Gerd Röbber

Besitzer 1810–1866

Der Sohn Gerd Röbber übernahm den Hof nach dem Tod seines Vaters. Seine Ehefrau Anne Wittjen wurde später selbst Besitzerin des Hofes. Interessant ist ein Vorgang aus dem Jahr 1818: Die Mutter von Anne Wittjen kaufte den Hof und übergab ihn später an ihre Tochter.


Johann Gerhard Röbber

Besitzer 1841–1880

Der 1816 geborene Sohn übernahm den Hof nach dem Tod seiner Mutter. Aus den Abgabenverzeichnissen dieser Zeit sind erneut Naturalabgaben überliefert:

  • 4 Scheffel Roggen
  • ½ Bündel Flachs
  • 20 Aale

Diese wurden jährlich nach Wiefelstede geliefert.


Der Hof im Kaiserreich und in der Moderne

Gerhard Röbber

Besitzer 1880–1923

Der Sohn Gerhard Röbber führte den Hof bis zu seinem Tod 1923.


Heinrich Röbber

Besitzer 1923–1958

Nach dem Tod seines Bruders übernahm Heinrich Röbber den Hof. Ein einschneidendes Ereignis war das Jahr 1945: Das reetgedeckte Bauernhaus und die Nebengebäude wurden durch Kriegshandlungen zerstört. Der Hof musste anschließend neu aufgebaut werden.


Nachkriegszeit

Johann Gerhard Röbber

Besitzer 1958–1980

Der 1904 geborene Sohn übernahm den Hof nach dem Tod seines Vaters. Er war mit Grete „Gretchen“ Oltmer verheiratet. Das Paar hatte mehrere Kinder, darunter Jan Gerd Röbber.


Die jüngste Generation

Jan Gerd Röbber

Besitzer 1980–2019

Der 1943 geborene Jan Gerd Röbber führte den Hof bis zu seinem Tod im Jahr 2019.

Er war mit Herta Kruse verheiratet.
Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor:

  • Gunda
  • Ulrike

Mit ihm endet vorerst die dokumentierte Reihe der Hofbesitzer.


Zusammenfassung der Hofbesitzer

ZeitraumBesitzer
1368Hanneke Rothbertingh
1428Johannis Roberti
1440Hanneke Robbering
ca. 1500Robbering (Name unbekannt)
bis 1636Johann Robbiern
1636–1667Eylert Oltmann Robbiern
1667–1693Talke Röbbier
1667–1675Brun Gerdes gen. Röbbier
1693–1723Eilert Röbber
1723–1768Brun Röbber
1768–1792Brun Röbber (der Jüngere)
1792–1810Johann Deye gen. Röbber
1810–1866Gerd Röbber
1841–1880Johann Gerhard Röbber
1880–1923Gerhard Röbber
1923–1958Heinrich Röbber
1958–1980Johann Gerhard Röbber
1980–2019Röbber

Wenn Häuser und Höfe Geschichten erzählen … (2)

Sehr lange ist es her, als man meinen Grund und Boden in Vreschen-Bokel das erste Mal bebaute.

Es war in der Jahreshälfte des 17. Jahrhunderts, als einer meiner „Vorväter“ wohl gebaut wurde.

Bei mir, da war anfänglich viel los, denn in den ersten Jahren waren viele Kinder bei mir und wurden vom hier ebenfalls wohnenden Schoolmester (Schulmeister) unterrichtet. Schön, dass so früh auch hier bei uns im ländlichen Raum bereits dafür Sorge getragen wurde, dass den Kindern ein Grundwissen vermittelt wurde.

Wenn ich ganz lange überlege, dann kann ich mich sogar noch an den ersten Lehrer erinnern. Es war Henrich Eilers, der nicht nur den Schuldienst, sondern auch mich an seinen Sohn Eilert (1654-1732) weitergab. Es war nicht einfach, zu jener Zeit vom Schuldienst sein Auskommen zu erzielen, zumal die Familien für ihre Kinder mal mehr und mal weniger pünktlich das Schuldgeld zahlen konnten. Das konnte ich sehen. Meine Familie Eilers betreibt nebenher noch einen sehr bescheidenen landwirtschaftlichen Betrieb, die Flächen pachten sie dazu von der Kirchgemeinde. Nur eine Kuh, das ist 1679 der gesamte Viehbestand, sie gibt erfreulicherweise die notwendige Milch.

Nun wird es aber auch schnell sehr wuselig bei mir in den Räumen und bin ich froh, dass 1644 ein neuer Schulneubau von der Kirchgemeinde errichtet wird. Ihr müsst euch diesen dort vorstellen, wo heute (2025) die Friedhofshalle steht. Ich belasse es in der Fortfolge dabei, für den jeweiligen Schulmeister und seiner Familie ein behagliches Zuhause zu sein und mich Stück für Stück auch baulich weiterzuentwickeln.

Eilert Eilers war mit der aus dem gutem Hausmannshause Tyen (Tien) in Apen stammenden Anna Elisabeth Tien verheiratet. Wie auch bei dem Vater war die Einkommenssituation aber eher schwach und so bat der Familienvater um Entbindung der Unterrichtsverpflichtungen. Doch mangels Nachfolge wurde diesem Antrag nicht stattgegeben. Stattdessen übernahm viele Jahre später auch sein Sohn, den gleichen Namen wie sein Vater tragend, sowohl mich und wie auch die schulische Bildung der nächsten Generation.

Mangels männlichen Erben übernahm beides beim nächsten Erbgang der Schwiegersohn Oltmann Weeken. Da ich aber natürlich mit meinem Hofnamen „Eilers“ viel bekannter war, so nannte er sich nach der Heirat der Hoftochter Talke (1712-1769) fortan Eilers.

Die Söhne und Schwiegersöhne der Familie Eilers führen den Schuldienst sozusagen als Berufung bis zur Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts weiter. Erfreulich für meine jeweiligen Hausväter ist das Jahr 1839. Da bekommen sie einen neuen größeren Schulneubau an der gleichen Stelle, wo das alte Gebäude stand. Und auch zum Ende des gleichen Jahrhunderts wird es baulich nochmals erweitert.

Mein Grundstück ist inzwischen neben mir als Wohnhaus auch mit einer weiteren Scheune bebaut. Ich selbst werde allerdings erst im Jahr 1908 das Licht dieser Welt erblicken und bilde seit dieser Zeit den Blickfang für die Menschen, die vorbeifahren oder -laufen. Stolz kann ich auch noch von den weiteren Bauten um mich herum berichten. Es gibt das Dünger- und Backhaus.

Durch entsprechende Vermählungen scheine ich wohl irgendwie bis in die Gegenwart noch immer mit dem „Gründungsvater“ verbunden zu sein. Und auch in den letzten Monaten ging es weiter, fleissige Handwerker gaben mir innen wie auch außen ein neues Gesicht.

Eine Bitte habe ich an Euch: Solltet ihr noch Ergänzungen haben, so gebt mir und dem Autor diese gerne auf. Im Beitrag oder per Direktnachricht. Wir sind ja auch schon in einem Alter, wo man manches vergisst ;-).

Wenn Häuser und Höfe ihre Geschichten erzählen… (1)

Das frage ich immer mal wieder, wenn ich vor einem älteren Haus bzw. einer Hofstelle stehe. So erging es mir auch bei dieser Hofstelle in Osterscheps. Lasst uns sehen, was sie zu erzählen hat.

Vor rd. 400 Jahren hat hier Gerd Timmen (1563-1643) mit seiner Familie ein Stück Land besiedelt. Er hat nicht mich aber sozusagen meinen „Grossvater“ 😉 gebaut. Ich selbst bin noch taufrisch aus dem Jahre 1954. Mein Grundstück wird im Laufe der Jahre um weitere Gebäude, wie die Scheune, einen Hühner- und auch Schweinestall bebaut. Jetzt fühl ich mich auch gar nicht mehr so allein. Besonders ist, dass bis zum heutigen Tage im Jahre 2025 bei mir direkte Nachfahren von „Gerd Timmen“ wohnen bzw. mich bewirtschaften. Hier in Osterscheps wurde zu jener Zeit überwiegend Roggen angebaut. So machte es auch der Gründervater von mir und baut sich einen bescheidenen Viehbestand auf. Sein Sohn Gerd (1603-1692) kann schon stolz im Jahre 1679 auf 2 Pferde, 1 Kuh und ein Jungvieh sein Eigen nennen. Daneben besass er 24 Reichstaler bei der Vermögenszählung (Kontributionsregister). Mit grossem Schrecken erfahren Gerd mit seiner Ehefrau Grete und den Kindern von dem grossem Brand in dem Kirchgemeindenort Edewecht.

Über vier Generationen hinweg bewirtschaftet mich ein Sohn gleichen Namens. Mitte des 18. Jahrhunderts komme ich zum ersten Mal in die Hand einer Frau, der Haustocher Gebke (1701-1751). Doch leider ist es ihr nicht vergönnt, an mir längere Zeit ein Freude zu haben und so führt mich ihr Ehemann Gerd Oltmanns, der sich selbstverständlich wie es zu dieser Zeit üblich ist, stolz mit meinem Hofnamen „Timmen“ anreden lässt, weiter. Und dann übernimmt zunächst sein Sohn und später sein Enkel – beide wieder Gerd Timmen genannt – die Geschicke meines landwirtschaftliches Betriebs. Mitte des 19. Jahrhunderts ist es dann Christian Timmen, der die Führung übernimmt. In der nächsten Generation mangelt es an einem männlichen Erben und so werde ich an die Tochter der Familie – Gebke Helene Timmen – übertragen, die den aus dem Dorfe stammenden Gerd Röbber heiratet (1831-1888). Nun muss ich schweren Herzens meinen Namen hergeben und fortan trage ich den Namen „Röbber“.

Wie ihr seht, es gibt so viel Spannendes zu erzählen, wenn man so viele Jahrhunderte hier so lebt und „steht“. Die Menschen gehen bei mir ein und aus. Mal schauen, vielleicht erzählei ich demnächst noch ein wenig mehr. Vielen sage ich zunächst einmal meinen mutigen Gründer Gerd Timmen. Aber auch seinen Nachkommen, dass ich immer noch hier im Kreise der bekannten Nachbarhöfe stehen darf.

Und eine Bitte habe ich noch: Sollte jemand noch Interessantes zu meiner Geschichte ergänzen können, so schreibt es gerne zu diesem Beitrag oder direkt dem Autor. Wir freuen uns sehr darüber. Auch wir können ja einiges im Laufe der Zeit vergessen haben ;-).

Wenn Häuser und Höfe ihre Geschichten erzählen… (1)

Das frage ich immer mal wieder, wenn ich vor einem älteren Haus bzw. einer Hofstelle stehe. So erging es mir auch bei dieser Hofstelle in Osterscheps. Lasst uns sehen, was sie zu erzählen hat.

Vor rd. 400 Jahren hat hier Gerd Timmen (1563-1643) mit seiner Familie ein Stück Land besiedelt. Er hat nicht mich aber sozusagen meinen „Großvater“ 😉 gebaut.

Ich selbst bin noch taufrisch aus dem Jahre 1954. Mein Grundstück wird im Laufe der Jahre um weitere Gebäude, wie die Scheune, einen Hühner- und auch Schweinestall bebaut. Jetzt fühl ich mich auch gar nicht mehr so allein. Besonders ist, dass bis zum heutigen Tage im Jahre 2025 bei mir direkte Nachfahren von „Gerd Timmen“ wohnen bzw. mich bewirtschaften. Hier in Osterscheps wurde zu jener Zeit überwiegend Roggen angebaut.

So machte es auch der Gründervater von mir und baut sich einen bescheidenen Viehbestand auf. Sein Sohn Gerd (1603-1692) kann schon stolz im Jahre 1679 auf 2 Pferde, 1 Kuh und ein Jungvieh sein Eigen nennen. Daneben besaß er 24 Reichstaler bei der Vermögenszählung (Kontributionsregister). Mit großem Schrecken erfahren Gerd mit seiner Ehefrau Grete und den Kindern von dem großem Brand in dem Kirchgemeindenort Edewecht.

Über vier Generationen hinweg bewirtschaftet mich ein Sohn gleichen Namens. Mitte des 18. Jahrhunderts komme ich zum ersten Mal in die Hand einer Frau, der Haustocher Gebke (1701-1751). Doch leider ist es ihr nicht vergönnt, an mir längere Zeit ein Freude zu haben und so führt mich ihr Ehemann Gerd Oltmanns, der sich selbstverständlich wie es zu dieser Zeit üblich ist, stolz mit meinem Hofnamen „Timmen“ anreden lässt, weiter. Und dann übernimmt zunächst sein Sohn und später sein Enkel – beide wieder Gerd Timmen genannt – die Geschicke meines landwirtschaftliches Betriebs. Mitte des 19. Jahrhunderts ist es dann Christian Timmen, der die Führung übernimmt.

In der nächsten Generation mangelt es an einem männlichen Erben und so werde ich an die Tochter der Familie – Gebke Helene Timmen – übertragen, die den aus dem Dorfe stammenden Gerd Röbber heiratet (1831-1888). Nun muss ich schweren Herzens meinen Namen hergeben und fortan trage ich den Namen „Röbber“.

Wie ihr seht, es gibt so viel Spannendes zu erzählen, wenn man so viele Jahrhunderte hier so lebt und „steht“. Die Menschen gehen bei mir ein und aus. Mal schauen, vielleicht erzähle ich demnächst noch ein wenig mehr. Vielen Dank sage ich zunächst einmal meinem mutigen Gründer Gerd Timmen. Aber auch seinen Nachkommen, dass ich immer noch hier im Kreise der bekannten Nachbarhöfe stehen darf.

Und eine Bitte habe ich noch: Sollte jemand noch Interessantes zu meiner Geschichte ergänzen können, so schreibt es gerne zu diesem Beitrag oder direkt dem Autor. Wir freuen uns sehr darüber. Auch wir können ja einiges im Laufe der Zeit vergessen haben ;-).

Wieder ein Rätsel gelöst…

Seit über 10 Jahren rätseln wir schon, an welcher Stelle sich unser Vorfahr Meinert Wilken (1682-1762) aus Harkebrügge (Landkreis Cloppenburg) in Nordloh (Landkreis Ammerland) erstmals 1710 als Köter niedergelassen hat. Es war hier in der Nordloher Dorfstrasse 33 (Gemeinde Apen).

War es die Liebe zu seiner späteren Ehefrau Cathrine Borchers (1684-1756), die ihn ungewöhnlicherweise den Übertritt in die protestantische Gemeinde Apen vollziehen liess? Oder fand er nur hier im Ammerland eine Arbeit, schliesslich wird wohl sein älterer Bruder Henrich Wilken Heidemann den elterlichen Hof übernommen haben. Wir wissen es nicht. Hier stand auch nicht die alte „Borchers-Köterei“, in die er einheiraten hätte können, denn die wurde an die ältere Schwester Gesche Ficken (1671-1749), verheiratet mit Wichmann Dierks bzw. Borchers, übertragen.

In der späteren Erbfolge ging die o.g. Meinert-Wilken-Hofstelle auf den gemeinsamen Sohn Borchert Meiners (1714-1786) – es handelt sich hier um eine patronomische Namensgebung – über und dieser wiederum gab die Besitzung 1786 an seine Tochter Helene Meiners (1752-1816) weiter. Sie war seit 1787 mit unserem 5x Urgrossvater Hinrich Wardenburg (1765-1834) verheiratet. Folgerichtig nennt er sich nunmehr auch Hinrich Meiners. Die waren die letzten direkten Vorfahren von uns.

In den folgenden Jahrzehnten wechseln die Familiennamen immer wieder durch entsprechende Vermählungen weiblicher Nachkommen in Harbers bzw. später Vogel, die aber alle auch auf die gleichen Ahnen, wie wir zurückschauen dürfen.

Ob es noch Unterlagen in einem alten Hofarchiv gibt? Auch das ist uns nicht bekannt. Auf jeden Fall ist es spannend, wie genau man die Spuren seiner Ahnen verfolgen kann. Näheres zur Familie MeinersWardenburg findet hier.

Spuren der Familie Schlüter und deren alte Hausmannstelle in Vreschen-Bokel

Zu unseren direkten Vorfahren zählt auch die schon in frühester Zeit in Vreschen-Bokel lebende Familie Schlüter. Der um 1560 geborene Hinrich Schlüter hatte seine damalige Hausmannstelle am Bückenweg 4. Über fünf Generationen wurde dieser umfängliche Hof jeweils auf den Sohn übertragen. Zunächst folgte sein gleichnamiger Nachfahre Heinrich (1590-1664), sodann Marten (1624-1697).

Inzwischen gehört der Hof zu den Größten im Orte, neben einem ansehnlichen Barvermögen von 47 Reichstalern gibt der stolze Bauer seinen Viehbestand mit 3 Pferden, 4 Kühen, 4 Jungtieren und 2 Schweinen im Kontributionsregister an.

Als nächstes folgt der Sohn Heinrich (1666-1731), um wiederum einem Marten (1705-1741) das Zepter zu übergeben. Der letzte Hofbesitzer „unserer“ Familie Schlüter heisst Marten (-1784), er hat zuvor von seinem Vater Boyke Schlüter (1727-1773) die Nachfolge nochmals für wenige Jahre antreten können.

Ende des 18. Jahrhunderts wird das umfängliche Grundvermögen an Johan Bredenkamp verkauft. Er war ein Enkel des Constabel Jacob Dionysius Bredeko, der wiederum seinen militärischen Dienst auf der Aper Festung absolvierte. Diese Informationen kann man der Apener Chronik von 1979 entnehmen.

Aber trotzdem leben noch viele Nachfahren des „alten“ Hinrich Schlüter aus dem 16. Jahrhundert in Vreschen-Bokel bzw. der Gemeinde Apen. Sie alle können stolz auf ihren so weit reichenden Stammbaum bis in diese Zeit zurückblicken und glücklicherweise auch heute noch direkt auf den Siedlungsspuren wandern. Weitere Spuren einiger Apener Familien sind auch auf unserer Homepage „www.familienforschung-blum.de“ zu lesen.

Unbekannter Mann sucht Identifikation

Foto von der Familie Meiners aus Hengstforderfeld (Gem. Apen) bzw. Lohorst (Gem. Edewecht)

Leider ist uns nicht bekannt, wer auf diesem Foto wohl abgebildet sein könnte. Ich würde das Foto vielleicht auf die 1940er Jahre schätzen.Vermultich ist der Herr aus der Gemeinde Apen oder Edewecht und auch mit der Familie Meiners, Hoting, Oeltjenbruns verwandt.